Kastanienliebe
Wenn ich nach einem langen Winter bei meinen Jacken die Taschen leere, finde ich fast in jeder von ihnen Kastanien. Schon etwas runzelig und eingetrocknet, aber immer noch da.
Ich kann mich dann immer gut an die vielen Herbstspaziergänge erinnern, bei denen ich nicht widerstehen konnte, immer wieder eine der kleinen glänzenden Früchte aufzuheben und in die Tasche zu stecken – kleinen Handschmeichlern gleich, weich und glatt, zum immer wieder in die Hand nehmen. Kindheitserinnerungen werden wach, mit Kastaniensammeln und kleinen Kastanienfiguren, leicht windschief und mit spitzen Zahnstocherarmen- und Beinen. Auf allen Fensterbrettern. Kastanienketten, geduldig aufgefädelt zum Dekorieren des gesamten Hauses.Denn
wenn es einen Grund gab bei kühlem Niesel- oder Regenwetter freiwillig aus dem
Haus zu gehen, dann war und ist es immer noch die Vorfreude auf das Sammeln der
braunen Schätze. Ich freue mich über jeden Kastanienbaum, seinem Blühen im
Frühling, Schattenspenden im Sommer und dem großen Finale im Herbst, wenn er
seine gelben Blätter und Früchte abwerfen darf.





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